Methodik der Rhythmik

Ansprache aller Sinne

Die Rhythmik versucht durch Ansprache aller Sinnen zu vermitteln. Das schärft nicht nur die Wahrnehmungsfähigkeit, sondern bietet auch eine Vielfalt an Vermittlungsmöglichkeiten, die jedem die Chance geben, den für ihn besten Lernkanal nutzen zu können und gleichzeitig, durch den Transfer in andere Bereiche, sich neue Lernformen erschließen zu können.

Kategorisierung

Generell arbeitet die Rhythmik mit der Kategorisierung Raum, Zeit, Kraft und Form. In der Bewegung, in der Musik und auch in allen anderen Künsten kann man diese Kategorisierung konkretisieren. Hier ein gegenüberstellendes Beispiel:

. Bewegung Musik Lyrik Bildende Kunst
Raum Ebenen des Körpers: am Boden liegen - in der Hocke - im Stand Tonhöhe, Intervalle Fragezeichen, Ausrufezeichen, Komma, Punkt Bestimmen die Stimmhöhe Dreidimensionale Ebenen im Bild: Vordergrund- Hintergrund und das dazwischen
Zeit Fließende Bewegung Metrum Lyrik im gleichbleibenden Versmaß Darstellung einer Situation, Arbeiten mit Farbnuancen, konkrete Darstellung von bspw. dem Meer oder einer Uhr oder der Wüste
Kraft Leichte, schwebende Bewegungen piano, diminuendo, decrescendo, lange Töne, etc. Die Versmaße Jambus und Anapäst, die durch ihre Betonungsweise eine Leichtigkeit vermitteln z. B. Pastelltöne, keine klaren Linien/ Kanten, sondern ineinander wischende Ränder, etc.
Form z. B. Choreographie, Kreistanz oder festgelegte Regeln für eine Improvisation Strophe-Refrain, Rondo, Fuge, Sonate, Symphony etc. Sonett, Vierzeiler, Ode, Elegie, Hymne, etc. Stilleben, Fotographie etc. oder auch Formen im Bild (Kreis, Dreieck, Linien, etc.)


Spiele und Interaktion

Ein wichtiger Teil ist die Sozialerziehung. Die Bedeutung von ICH, DU und WIR wird auf unterschiedliche Weisen bewusst gemacht. Die Rhythmik fördert die Persönlichkeitsbildung und Stärkung des Selbstbewusstseins. Ebenso schult sie die nonverbale Kommunikation, vermittelt soziale Aspekte durch Rollenspiele und kommunikative Spiele. Das Sozialverhalten wird in Spiel, Kreativität und durch Interaktionstraining geschult. Das Erleben von Gruppendynamik ist als Lernfaktor keinesfalls zu unterschätzen.

Miteinbeziehung verschiedener Medien

Der Transfer verschiedener Bereiche mit unterschiedlichen Medien dient zum einen der Vielfalt und der Beleuchtung aus verschiedensten Blickwinkeln, zum anderen fördert er das zusammenhängende Denken.

Wechselnde Unterrichtsdynamik

Die wechselnde Unterrichtsdynamik passt sich dem natürlichen Bedürfnis nach unterschiedlichen Phasen an, holt die Menschen ab, fängt sie auf, sammelt sie wieder und fordert sie heraus, lässt sie sich austoben, ausruhen, denken, spielen, phantasieren und kombinieren.