Alea iacta est


„(…) In einer Welt in der die Zeit eine Qualität ist, prägt man sich die Ereignisse ein, indem man sich an die Farbe des Himmels erinnert, an den Tonfall der Rufe des Bootsmannes auf der Aare, an das Gefühl des Glücks oder der Furcht, das man empfindet, wenn eine Person ein Zimmer betritt. Die Geburt eines Kindes, die Erteilung eines Patents für eine Erfindung, die Begegnung zweier Menschen sind keine fixierten Punkte in der Zeit, die sich mit der Angabe von Minuten und Sekunden festhalten ließen. Alle Ereignisse gleiten vielmehr durch den Raum der Imagination, materialisieren sich durch einen Blick, ein Begehren. Die Zeit zwischen zwei Ereignissen kann entsprechend lang oder kurz sein, je nach kontrastierenden Ereignissen, der Intensität der Beleuchtung, dem Verhältnis von Licht und Schatten, dem Blickpunkt der Beteiligten (…)“. (aus „Und immer wieder die Zeit – Einsteins’s dreams“ von Alan Lightman).
Eine Uhr misst 5 mal 3 Minuten; es werden 5 verschiedene Settings geschaffen, in denen sich die Tänzerin frei bewegt, sich in Beziehung setzt, verweilt. Das Zusammentreffen der Komponenten wird vor der Performance vom Zufall, durch Würfeln der Zuschauer, bestimmt. 15 Minuten, die jedes Mal anders aufgegriffen, anders komponiert werden und unwiederbringlich sind. Nur die Erinnerung kann den Ereignissen Bestand geben.